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Schreiben wie man spricht: Verständlich und deutsch

Kennen Sie das? Da sitzen Sie vor einem Text voller Fachbegriffe und Fremdworte und Sie verstehen nur noch Bahnhof. Haben Sie sich auch schon darüber geärgert, dass immer mehr Englisch und Denglisch auftaucht und man erst mal übersetzen muss, um eine Werbebotschaft zu verstehen? Wie gut, dass Sie es in Ihrer Öffentlichkeitsarbeit anders machen und...

sich ans gute, bewährte Journalisten-Motto halten: Schreiben, wie man spricht. Das bedeutet nichts anderes als: Schreiben Sie für jedermann verständlich und verwenden Sie statt Fremdworte, Fachbegriffe und Fremdsprachen die deutsche Sprache, denn Sie leben in Deutschland und Ihre Zielgruppe ist vorwiegend deutschsprachig.

Public Viewing im Leichenhaus

Es wird gerne mit englischem Vokabeln gespielt. Beispiel Public Viewing: Jeder weiß, was gemeint ist. Aber was bedeutet das Wort wirklich? Korrekt übersetzt, ist das die Gelegenheit, im Leichenschauhaus von einem Verblichenen Abschied zu nehmen. Uupps, das ist dann doch etwas anderes als die öffentliche Übertragung eines Fußballspiels, oder? Hübsch fand ich auch die Lock-Werbung an einem Lokal: Running Sushi. Gemeint war natürlich Sushi zum Mitnehmen, aber mein erster Gedanke war: Wenn das Sushi schon läuft, dann tue ich es meinem Magen nicht an.

Englische Werbung wird selten verstanden

Begeben Sie sich gar nicht erst aufs Fremdsprachen-Glatteis: Wenn es nicht die Muttersprache ist, können ganz leicht unschöne Schnitzer passieren. Außerdem haben Umfragen ergeben, dass die meisten Deutschen englische Werbebotschaften gar nicht verstehen. Sie aber wollen verstanden werden und Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung soll gekauft werden. Da hilft nur eines: Raus mit dem Englisch, rein mit dem Deutschen. Oder kämen Sie auf die Idee, plötzlich ein spanisches Wort in Ihre Werbebotschaft zu schmuggeln, nur weil Mallorca so beliebt istt? Sicher nicht.

Sparen Sie an Fachbegriffen und Fremdworten

Gehen Sie auch äußerst sparsam mit Fachbegriffen und Fremdworten um. Beispiel: Wenn Sie Apotheker sind und für eine Fachzeitschrift schreiben, die ebenfalls nur Apotheker lesen, dann dürfen Sie gerne über ein Mittel gegen z.B. Psoriasis schreiben. Wollen Sie aber in einer Tageszeitung Otto Normalbürger zum Kauf des Wundermittels motivieren, dann sollten Sie das Wort Psoriasis durch das deutsche Wort Schuppenflechte ersetzen. Geht doch ganz einfach, oder?

Was der Verbraucher nicht versteht, kauft er nicht

Bedenken Sie stets: Was Leute nicht verstehen, ist für sie nicht interessant. Das gilt auch bei Finanzprodukten, Elektronikwaren und, und, und.... Was ich nicht kenne, brauche ich nicht; was ich nicht verstehe, kaufe ich nicht. Das sit die spontane Reaktion der Menschen. Die Folge: Dass z.B. die Body Bag ein Rucksack ist und vielleicht doch für die nächste Wanderung sinnvoll wäre, hat der Verbraucher leider nicht verstanden – aber wenigstens weiß er in der Regel auch nicht, dass Body Bag korrekt überetzt Leichensack bedeutet. Die wenigsten Leute suchen im Internet nach einer Übersetzung oder Erklärung, fragen Bekannte um Rat oder sehen gar in Ihrem Geschäft nach, was Sie so begeistert angepriesen haben.

Verzichten Sie auf bürokratisches Amtsdeutsch

Noch einmal: Schreiben Sie, wie Sie sprechen. Das gilt auch für das staubtrockene und oft unverständliche Amtsdeutsch, das zusätzlich mit verwirrenden Einschüben gekrönt wird. Schachtelsätze die keiner lesen will und am Ende niemand versteht, weil er am Ende des Satzes vergessen hat, was vorne im Satz stand. Wenn Sie wollen, dass z.B. eine Satzung beherzigt wird, dann schreiben Sie in der Bürger-Info kurz und knapp, was Sache ist und sparen Sie sich bürokratische Schnörkel, die alles andere als eine Zier sind.

Unterstützung gibt’s beim Profi

Das alles überfordert Sie? Sie haben keine Lust Ihre in Fleisch und Blut übergegangene Fachsprache oder Ihr Englisch zu übersetzen? Dann texten Sie bitte nicht selbst, sondern lassen Sie texten. Das schont Ihre Nerven, spart Ihnen Zeit und beschert Ihnen die Möglichkeit, sich auf andere Tätigkeiten zu konzentrieren. Text: Marion Friedl

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